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May 07 Delhi & Agra Guten Morgen! Seit letzten Freitag bin ich in Delhi. Mein Hotel ist am "Main Bazaar", d.h. lauter Geschäfte und ganz indisch. Es ist aber zugleich auch die Gegend wo man die meisten Backpacker antrifft und deswegen relativ günstig. Am Freitag abend hatte ich einen Engländer in einem Restaurant getroffen und er hat mir ein paar Tipps zum "Sightseeing und Benutzung der Verkehersmittel" gegeben. Delhi hat eine super neue Metro. Das Metronetz ist noch nicht so groß, aber es wird feste am Ausbau gearbeitet. Hätte nicht geglaubt, dass Metrofahren in Delhi so einfach und ENTSPANNEND (!!!) ist. Am Ticketschalter war fast nie was los und gedrängelt wurde kaum. Die Metro ist komplett klimatisiert und alle Ansagen und Anzeigetafeln sind in Hindi und Englisch. Um in die Metrostation zu kommen, muss man erstmal durch den Security-Check. Metalldetektoren, Leibesvisitation und ein Blick in die Taschen. Also, wer in Delhi mal dem Rummel von der Straße entkommen will fährt einfach ein bisschen mit der Metro ;-) Am Samstag habe ich mir dann einen Rikshafahrer gemietet, der mich zu den Sehenswürdigkeiten gebracht hat, zu denen ich wollte. Hab ihm zu Beginn gleich mal klargemacht, dass er es überhaupt nicht wagen soll mich in die Nähe irgendwelcher Shops zu bringen, wo er dann Komission dafür bekommt. Hat auch super geklappt - er hat zwar versucht mich davon zu überzeugen, dass er freies Mittagessen in einem Kaufhaus bekommt und ich so lange ja shoppen gehen könnte. "Nothank you...und du fährst mich direkt in die Stadt und dann kannste schauen wo du essen gehst." Hat mit ihm dann auch sehr gut geklappt. Zuerst habe ich die Jama Masjid Moschee besichtigt - die größte Moschee in Indien und anschließend war ich am Red Fort. Dort habe ich ein Mädchen aus Schottland getroffen und wir sind ein wenig zusammen dort umhergelaufen und haben uns mal wie Touristen benommen. Dannach ging es weiter zu dem Lotus Tempel. Er sieht ein wenig aus wie die Oper in Sydney. Ultramodern und mal was ganz anderes im Vergleich zu den alten Gebäuden, die man sonst so als Tourist sieht. Zum Schluss habe ich mich am Connaught Place abssetzen lassen. Dort sieht es so aus wie in den meisten westlichen Städten. Ich wurde da auch von ein paar Indern angequatscht, die mit mir "Kaffetrinken" wollten, aber da hab ich auch mal klargemacht, dass ich nicht und nie interessiert sein werde. Ein wenig mulmig wurde mir dann doch zu Mute, als mir eine ganze Weile ein alter, dreckiger und ekliger Sack gefolgt ist. Habe ich angehalten, hat er es ein paar Meter weiter auch gemacht und mich "unauffällig" beobachtet. Es wurde mir dann echt zu blöd, weil ich nicht wollte, dass er sieht in welches Hotel ich gehe. Meine Wenigkeit hat den Spieß dann einfach umgedreht: hab mich demonstrativ neben ein paar anderen Leuten hingesetzt und ihn beobachet und dass hat wohl geholfen ihn zu vertreiben. Abends war ich dann in aller Ruhe im Dachbistro des Hotels essen und hab die Ruhe genossen. Sontags habe ich mich auf den Weg zu einem weiteren "moderneren bzw erst kürzlich erbauten" Tempel gemacht: dem Akshardam Tempel. Ja, wie ihr lesen könnt, bin ich sehr touristisch eingestellt :-) In diesem Tempel darf man auch nichts außer sichselbst, seiner Kleidung und Geld mit hinein nehmen. und da kommen wir auch schon zu meiner Tampon-Anekdode: hatte mir für den Fall der Fälle zwei Tampons in meine Hosentasche getan. An der Sicherheitskontrolle (es war keine Schlange) wurde ich mit einem Metalldetektor "gescannt" und ich wurde abgetastet. Die Frau fragte mich, was das ist was sie da fühlt und ich habe gesagt, dass es Tampons sind. "Ah, ok, no problem." Haha denkste...Keine 5 Meter weiter muss man sich demselben Sicherheitscheck unterwerfen. Innerhalb dieser 5 Meter läuft man alleine in einem eingezäunten Gang, man kann nichts von irgendwo oder irgendwem annehmen, etc. und am Ende trifft man auf eine weitere Sicherheitsbeamtin, die zuvor den ersten Check mitbekommen hat und einen beobachet wie man von Security-Checkpunkt 1 zu 2 kommt. Also gleiches Spiel von vorne: Metalldetektor, abtasten und diesmal musste ich die Tampons zeigen. Die Frau guckt mich völlig verstört an und fragt mich was das ist: ich habe ihr dann erklärt für was man es gebraucht und dann wollte sie, dass auch noch in die Hand nehmen und aufmachen. Ich hätte mich fast vor lachen weggeschmissen...hab's aber lieber gelassen, da man in Indien ja nie weiß. Letztendlich konnte ich sie überzeugen, dass es nix gefährliches ist und ich durfte rein. Hätte ich eine digitale Armbanduhr umgehabt, hätte ich weniger Probleme gehabt beim Sicherheitscheck - denn damit kommt man rein. Kleine Anmerkung: elektronische Gegenstände jeglicher Art sind im Tempel untersagt...jo, is klar. Inder halt. Anschließend bin ich noch beim India Gate und zum Verdeidigungsministerium, Parlament, etc. Das liegt alles sehr nahe zusammen und ich bin naürlich gelaufen. Am Ende war ich richtig fertig, es war der heißeste Tag in Delhi dieses Jahr, und ich habe mich entschieden in der Metro dann zu relaxen. Abends im Restaurant saß ich dann mit einer großen Gruppe zusammen und wir haben festgestellt, dass die Hälfte von uns für den nächsten Tag einen Tagestrip nach Agra geplant hat. Die anderen Jungs kamen aus den USA, Niederlande (einer von denen hat sogar in der "Nähe" von Dharmapuri ein Praktikum zur selben Zeit wie ich gemacht...und dann trifft man sich erst in Delhi), Irland und England. Am Montag stand dann nun Agra auf dem Programm. Ein Texaner, ein Ire und ich sind mit dem ersten Zug gefahren, Holland und New Jersey folgten mit dem zweiten eine Stunde später. Der erste Zug ist der etwas teurere mit Klimaanlage und Essen, das man von so lustig gekleideten Kellner an seinen Platz serviert bekommt. Der zweite ist nicht-klimatisiert uns man sitzt dem Inder neben sich beinahe auf dem Schoß.Ich hab den Tag somit mit den beiden Jungs aus meinem Zug verbracht, hatte abends aber ein Zugticket für den Zug wo auch der Holländer und der andere USA-ler mitfuhren (der günstigere). Wir haben den Tag am Taj Mahal begonnen. Es ist echt beeindruckend dieses Monument. Man kommt durch ein riesen Tor und sieht es vor sich und dann tritt man aus dem Tor heraus in den Park. Ist wirklich schön. Von der Nähe war der Taj Mahal gar nicht so beeindruckend. Im Inneren ist ein Mausoleum. In anderen Tempeln musste man immer ruhig sein, aber da drinnen war ein Geschrei, das glaubste gar nicht. Eine Schweizerin und ich hatten dann beschlossen, dass der Satz: Da drehste dich im Grabe um sehr passend ist. Bevor die große Menschenmasse kam sind wir dann schnellstens verschwunden und mit dem Taxi in eine andere 1 Stunde entfernte Stadt gefahren. Dort gab es einen alten Palast und eine Moschee, die nicht so groß wie die in Delhi ist, aber wesentlich schöner. Boah, also der Texaner und der Ire...die waren ja vor lauter begeisterung vom rumlaufen nicht abzuhalten. Ich fand's irgendwann langweilig und habe die indischen Händler geärgert *hihi* Zurück in Agra waren wir im Agra Fort, in die meisten Gebäude dort durfte man nicht rein, weil renoviert wurde. Ich wurde dann zum Bahnhof gebracht. Am Bahnhof habe ich dann den Holländer und Jack aus New Jersey, der nach zu viel Whiskey überall schlafen und schnarchen kann, getroffen. Auf der Zugfahrt haben wir noch ein Pärchen aus Belgien kennengelernt und sie mit in unser Hotel einquartiert. Zurück in Delhi haben wir uns alle im Hotel getroffen, um noch ein bisschen zusammen zu sitzen. Irgendwie trifft man in Delhi an fast jeder Straßenecke auf neue Leute, somit gab es in der Gruppe auch ein paar neue Gesichter. Zu Bett ging es dann um 4.30h morgens. Dementsprechend müde war ich auch, als mein Wecker ging, um mich daran zu erinnern, dass ich heute noch nach Varanasi fliegen werde. So weit aus Delhi: alles Gute! Berichterstattung aus Varanasi erfolgt am Donnerstag dann wohl. TrackbacksWeblogs that reference this entry
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